Montag, 10. Juni 2013

liturgische Sprache - neues Messbuch

Am 03. Juni 2013 veranstaltete die Priesterinitiative Augsburg einen Gesprächsabend mit den Professoren Frühwald und Gregur zur liturgischen Sprache, mit einem besonderen Augenmerk auf das neue römische Messbuch, das demnächst eingeführt werden soll. Das fruchtbare Gespräch hat noch einmal deutlich gemacht, dass eine Reihe von Bedenken seitens der Gläubigen im Raum stehen, die nicht einfach stillschweigend übergangen werden sollten.
Auch wenn nur ca. 7% der Kommunikation über die verbale Schiene laufen, so steh doch zu befürchten, dass ein latinisierendes Deutsch, das der römischen Vorgabe folgt, möglichst nahe am lateinischen Wortlaut der Gebete zu bleiben, weitere Barrieren für den Mitvollzug der Liturgie durch alle Feierenden aufbaut. Übersetzungen können nie eins zu eins geschehen. Wenn die Poesie der liturgischen Sprache im Deutschen erhalten bleiben soll, dann braucht es kreative Übersetzungen der lateinischen Gebete. Darüber hinaus sind allerdings auch - bei aller Hochschätzung des Gebetsschatzes der Tradition - Neuschöpfungen von Gebeten aus unserer Zeit heraus notwendig.
Sollte der bisher eingeschlagene Weg durch Rom und die Deutsche Bischofskonferenz weitergegangen werden, dann ist damit zu rechnen, dass das neue Messbuch nicht eint, was es ja tun soll, sondern zu Spaltungen führt. Das Problem wird noch verschärft durch die Änderung bei den Wandlungsworten, in denen es bald nicht mehr heißen soll, dass Christus sein Blut für alle vergossen hat, sondern für viele. Es ist nicht recht nachvollziehbar, warum ich in Zukunft "für viele" sagen soll, aber dabei alle meine, wie es der emeritierte Papst Benedikt theologisch schön erläutert. Was ist gewonnen, wenn schließlich ein Teil der Priester die Wendung zu "vielen" mitmacht, ein anderer Teil aber am "alle" festhält? Lohnt sich diese Verbeugung vor den Piusbrüdern, wenn dadurch Spaltung und Irritaionen entstehen?
Schmerzlich empfinde ich das grundsätzliche Vorgehen bei der Neugestaltung des Messbuches. Es ist ein reiner Akt der Macht, die unterhalb der Bischöfe und ihrer Zuarbeiter/innen niemanden miteinbezieht. Was würde es schaden, in einigen Pfarreien  die neuen Vorschläge erproben zu lassen und auf die Reaktionen des Kirchenvolkes zu hören? Gerade in der Frage der Liturgie, die doch darauf angelegt ist, gemeinsam von allen Feiernden vollzogen zu werden, ist ein solches Diktat von oben nicht vom Geist getragen, sondern wohl nur noch von der Angst.

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